Wie funktioniert das WECK- Verfahren, was geht dabei im Glas vor sich?
Erste Gegebenheit: Das normale, natürliche Verderben von Obst, Gemüse oder Fleisch wird durch Mikro-Organismen = Kleinstlebewesen verursacht (z.B. Gärungskeime, Bakterien, Sporen von Schimmelpilzen usw.), die in den
Nahrungsmitteln und auch in der Luft in großer Zahl vorhanden sind. Beim Einkochen werden nun durch Erhitzung alle diese Mikro-Organismen abgetötet, die sich im Einkochgut und in der Luft innerhalb des mit Deckel, Gummiring
und Federklammern zugespannten Glases befinden. Zweite Gegebenheit: Bei dieser Erhitzung entsteht im Einkochglas ein Überdruck, wobei heiße Luft, Dampf und gelegentlich auch etwas Flüssigkeit zwischen Gummiring
und Glasrand aus dem Einkochglas herausgedrückt werden. Deckel und Gummiring, auf dem Glas festgehalten durch die elastische Kraft der Federklammern, funktionieren dabei wie ein Überdruckventil: sie lassen Luft, Dampf und eventuell auch etwas Flüssigkeit aus dem Glasinnern entweichen, aber von außen lassen sie keine Luft und kein Kochwasser in das Glas hinein. Dadurch entsteht nach dem Einkochvorgang beim Erkalten innerhalb des Glases ein Unterdruck (Vakuum), und nun presst der Normaldruck der Außenluft mit naturgegebener Kraft den Deckel auf den Glasrand bzw. den dazwischenliegenden Gummiring und bewirkt den festen und dauerhaften Verschluss des Einkochglases.
Die während des Einkochvorganges notwendigen Federklammern sind jetzt überflüssig geworden und müssen nach dem Erkalten des Glases unbedingt abgenommen werden. Nur dann kann man übrigens auch prüfen, ob die Gläser geschlossen sind.
Wie bleibt das Glas beim WECK-Verfahren verschlossen und wie geht es auf?
Das fertig eingekochte und erkaltete Glas bleibt verschlossen allein und ausschließlich durch den naturgegebenen Normaldruck der Außenluft auf den Glasdeckel, also ohne eine zusätzliche mechanische Vorrichtung bzw. Kraft.
Gewollt
geht das Glas auf, wenn Sie den Gummiring an der Lasche so weit herausziehen, dass die Außenluft mit dem bekannten Zischlaut in das Glasinnere eindringt, den dort bestehenden Unterdruck aufhebt und damit den Deckel löst, der dann nebst Gummiring ganz einfach abzunehmen ist.
Ungewollt geht das Glas auf: Fall 1 Wenn Glas, Deckel oder Gummiring einen Fehler oder eine kleine Beschädigung haben, die Sie vorher nicht bemerkt haben. Hier dringt die Außenluft ein, füllt
den bei der Erhitzung im Glasinnern entstandenen Unterdruck auf und löst dadurch den Deckel, was in solchen Fällen ziemlich kurzfristig, meist schon beim Erkalten der Gläser geschieht. Fall 2 Glas, Deckel und
Gummiring sind in Ordnung, aber im Einkochgut selbst sind (z.B. durch zu niedrige Temperatur oder zu kurze Erhitzungszeit) nicht alle Bakterien abgetötet. Im Glasinnern bilden sich dann mit der Zeit (das kann schon nach
einigen Tagen oder erst nach Wochen sein) Gärgase, die den Deckel aufdrücken, sobald sie die gleiche Stärke entwickelt haben wie der Normaldruck der Außenluft, der das Glas bis dahin verschlossen hatte.
Warum muß man die Federklammern unbedingt abnehmen, wenn die Gläser nach dem Einkochvorgang erkaltet sind?
Weil nun der Federdruck der Klammern voll ersetzt wird und damit überflüssig geworden ist durch die naturgegebene Schließkraft des Außendrucks der Luft. Wenn Sie die Klammern aufgespannt lassen, können Sie gar nicht prüfen
(durch Anfassen des Deckels), ob das Glas richtig eingekocht und geschlossen ist. Diese ganz einfache, aber für die Hausfrau so wichtige Verschlusskontrolle durch die sog. »Deckel-Anfassprobe« ist übrigens auch nicht möglich, wenn Sie zum Einkochen Gläser verwenden mit Schraubverschlüssen, Drehgewindeverschlüssen, anmontierten Drahthebelverschlüssen in der Art wie bei den früheren Bierflaschen oder mit ähnlichen, mechanisch wirkenden Verschlußvorrichtungen.
Gibt es noch einen anderen Grund, dass WECK für den Gebrauch im Haushalt keine Einkochgläser mit mechanischen Verschlussvorrichtungen liefert?
Ja, einen ganz wichtigen: Ihre persönliche Sicherheit. Für den Fall (vorstehend unter Fall 2 geschildert), dass ein Glasinhalt aus irgend einem Grunde verdirbt, müssen die Gärgase, die sich im Glasinnern bilden,
den Deckel aufdrücken können, so dass dieser dann lose auf dem Glas liegt. Dieses Warnsignal des lose aufliegenden Deckels ist so eindeutig und auffällig, dass es am besten geeignet ist, Sie selbst und Ihre Familie vor der Gefahr zu schützen, etwa verdorbenes Einkochgut ahnungslos zu genießen und sich dadurch gesundheitliche Störungen oder gar Schädigungen zuzuziehen. Aus diesen ganz wichtigen Gründen der persönlichen Sicherheit, die noch viel schwerwiegender sind als die geschilderten praktischen Gründe (Unmöglichkeit der Verschlusskontrolle durch die einfache »Deckel-Anfassprobe«), hat es die Firma Weck immer abgelehnt, für den Gebrauch im Haushalt Einkochgläser zu liefern mit mechanischen Verschlussvorrichtungen, bei denen im Falle verdorbenen Inhalts das Warnsignal des lose aufliegenden Deckels entfällt und bei denen andere Warnsignale zumindest für Kinder und unerfahrene Personen nur schwer, jedenfalls nicht auffällig und eindeutig genug erkennbar sind.
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